Denken und Malen – Wie meine Bilder wirklich entstehen
- sschollas
- 23. März
- 2 Min. Lesezeit
Der kreative Prozess einer Künstlerin: Warum Pausen, Gespräche und Gedanken Teil meiner Kunst sind
Wenn ich arbeite, arbeite ich schnell.
Aber das bedeutet nicht, dass ich immer arbeite.
Dazwischen gibt es lange Pausen.
Denkpausen.
Sehpausen.
Manchmal schaue ich lange nur auf ein Bild.
Oder gehe weg.

Als ich Meisterschülerin war, war das nicht anders.
Viele meiner Mitstudierenden haben sich mit dem Professor gerieben.
Lange Diskussionen.
Endlose Gespräche über kleine Details.
Manchmal wirkte es, als würde die eigentliche Arbeit im Gespräch stattfinden.
Ich habe das anders gemacht.
Ich habe gearbeitet.
Die Bilder gezeigt.
Feedback bekommen.
Und wieder weitergearbeitet.
Gespräche überall

Ganz still war ich allerdings auch nicht.
Ich habe mich nicht nur mit meinem Professor gerieben,
ich habe eigentlich mit allen gesprochen, die erreichbar waren und zuhören wollten.
Gespräche im Flur.
Gespräche beim Kaffee.
Gedanken austauschen, Ideen hin- und herschieben.
Input ohne Ende.
Und dann bin ich zurück ins Atelier gegangen.
Kurz.
Arbeiten.
Nur kurz im Atelier

Mein Professor sagte einmal zu mir, fast ein bisschen erstaunt:
Du bist immer nur kurz im Atelier, um zu arbeiten.
Und trotzdem ist am Ende des Tages etwas entstanden, das sich Kunst nennt.
Vielleicht stimmt das.
Vielleicht entsteht ein Bild nicht nur dort, wo Farbe auf Papier trifft.
Vielleicht entsteht es auch im Zuhören.
Im Denken.
Im Schauen.
Nach solchen Wochenenden war mein Kopf oft so voll,
dass ich auf dem Weg nach Hause
schon mal eine Abfahrt verpasst habe.
Einmal musste ich sogar das Navi einschalten,
weil ich vor lauter Gedanken nicht mehr wusste, wo ich eigentlich langfahren wollte.
Und vielleicht ist genau das meine Art zu arbeiten.

Viel sehen.
Viel hören.
Viel denken.
Und dann irgendwann kurz ins Atelier gehen
und das Ganze auf das Papier bringen.

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