Schneeglöckchen: Meine erste Begegnung mit Farbe
- sschollas
- vor 8 Stunden
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Die Blume, die ihre Farbe teilte: Das Schneeglöckchen ist für mich seit meiner Kindheit das Symbol für Mitgefühl und den Mut, im Verborgenen zu blühen.
Wie Kindheitserinnerungen die Farbwelt einer Künstlerin prägen
Wenn man mich heute in meinem Atelier sieht, zwischen großen Leinwänden, tiefem Blau und echtem Blattgold, fragt man sich vielleicht: Wie fängt so ein Weg an? Gab es diesen einen Moment?
Wenn ich ganz weit zurückgehe, lande ich bei meiner Großmutter und einer Geschichte, die sie mir jedes Jahr erzählte, wenn die ersten Schneeglöckchen im Garten auftauchten.
Die Farbe, die geteilt wurde

Sie erzählte mir, dass der Schnee ganz am Anfang keine Farbe hatte. Als Gott die Farben verteilte, kam der Schnee zu spät. Alle Farben waren schon vergeben. Er blieb farblos und unsichtbar zurück.
Doch da war diese kleine Blume, das Schneeglöckchen. Es hatte Mitleid. Es sah die Farblosigkeit des Schnees und war bereit, sein eigenes Weiß zu teilen. Und weil das Schneeglöckchen so großzügig war, darf es seitdem als einzige Blume mitten im Schnee blühen.
Was das mit meiner Kunst heute zu tun hat

Damals als Kind habe ich einfach nur zugehört. Aber heute, als Meisterin meines Handwerks, verstehe ich, dass diese Geschichte der Ursprung meiner Suche war.
In meiner Kunst geht es oft um genau diese Themen:
Sichtbarkeit: Wer wird gesehen? Wer bleibt farblos im Hintergrund?
Mitgefühl: Wie können wir einander stützen, damit etwas Schönes entstehen kann?
Widerstandskraft: Wie schaffen wir es,
wie das Schneeglöckchen, in einer
kalten oder harten Umgebung zu blühen?
Von der Geschichte zur Leinwand

Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich heute nicht zwischen purer Präzision und freier Abstraktion entscheiden will. In meinen detailreichen Zeichnungen ehre ich die Schöpfung. Und in meinen abstrakten, blauen Werken suche ich nach der Seele und dem Mitgefühl hinter der Form.
Ich habe spät angefangen zu studieren, habe Karriere gemacht und viel gelernt. Aber am Ende komme ich immer wieder zu dieser einen einfachen Wahrheit zurück: Kunst ist dazu da, das Unsichtbare sichtbar zu machen.
Haben Sie auch eine Geschichte aus Ihrer Kindheit, die heute noch Ihr Handeln bestimmt? Ich freue mich, wenn wir darüber ins Gespräch kommen.

Was für eine schöne Erinnerung und Geschichte 😍 was für einen großen Einfluss doch vermeintliche banale Dinge haben. Wie schön das dich das noch immer begleitet und inspiriert ☺️