Wenn Bilder mehr wissen als wir
- sschollas
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Eine neue Serie über das Suchen, das Loslassen und die Magie des Prozesses

Manchmal beginne ich ein Bild mit einer ganz klaren Absicht im Kopf. Ich weiß genau, worum es gehen soll, ich kenne das Thema und die Fragen, die ich auf der Leinwand stellen möchte.
Doch im Atelier passiert manchmal etwas ganz anderes, etwas Magisches.
Es gibt Momente, in denen sich die Kunst meiner bewussten Kontrolle entzieht.
Dann fließen die Farben ihren eigenen Weg, und das Bild baut sich Schicht für Schicht, Nuance für Nuance, von ganz alleine auf.
Genau an diesem Punkt befinde ich mich gerade. In meinem Atelier entsteht eine neue Serie, getragen von tiefen Blautönen, von ständiger Bewegung und einer spürbaren Leichtigkeit. Wenn ich vor den großformatigen Leinwänden stehe, ist es fast so, als würde ich dem Wasser beim Atmen zusehen.
Spuren des Weiblichen und das Fließen der Intuition

Während des Arbeitsprozesses entdecke ich immer wieder feine, flüchtige Formen, die mich an Frauen erinnern. Es sind feminine Silhouetten und Körper, die in den blauen Schichten für einen kurzen Moment auftauchen und dann im nächsten Augenblick wieder sanft verschwinden.
Sie halten sich nicht fest, sie verändern sich mit jedem Pinselstrich und jedem Farbauftrag.
Noch habe ich keine fertigen Antworten auf das, was da gerade auf dem Stoff passiert.
Und das ist auch gut so. Ich spüre jedoch ganz deutlich, dass mich diese Arbeiten an einen Ort führen, den ich tief in mir schon lange kenne.
Sie führen mich zu einer universellen Sehnsucht nach Wandlung und zu dem Gefühl, einfach nur unterwegs zu sein. Es ist eine Reise in den Raum zwischen dem, was einmal war, und dem, was gerade erst werden möchte.
Vom Raum dazwischen und der Leichtigkeit des Weitergehens

Vielleicht ist genau das einer der
tiefsten Gründe, warum ich überhaupt Kunst mache.
Ich möchte mit meinen Bildern keine fertigen, starren Antworten geben. Vielmehr geht es mir darum, die Fragen sichtbar zu machen, die uns im Inneren bewegen – all den Dingen zu begegnen, die sich rational noch gar nicht greifen, sondern zunächst nur leise erahnen lassen.
Diese neue Serie fühlt sich für mich wie eine offene Einladung an.
Keine Einladung zum schnellen Ankommen oder Verweilen, sondern vielmehr zum Weitergehen, zum Sich-Treiben-Lassen. Und vielleicht ist genau in diesem Vertrauen auf den Prozess, in diesem Loslassen des Ziels, die wahre Leichtigkeit verborgen, die nun aus den Bildern spricht.
Wie erlebst du Momente der Veränderung in deinem Leben? Suchst du direkt nach festen Antworten oder lässt du dich – wie ich gerade bei diesen Bildern – ein Stück weit treiben? Schreib mir deine Gedanken dazu gerne in die Kommentare.


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