Leise Werke: Das Leuchten der Stille.
- sschollas
- vor 3 Tagen
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Von der Stille zwischen den Schichten

In meiner Arbeit als Künstlerin entstehen oft leise Werke.
Ich bin neulich über einen Kommentar zu einer meiner Arbeiten gestolpert. Da standen nur zwei Worte: „Hidden Gem“.
Diese zwei Worte ließen mich innehalten. Für einen Moment ging es nicht um Auswahl oder Bewertung, sondern um ein ganz bestimmtes Gefühl: das Gefühl, gesehen zu werden. Nicht laut. Nicht spektakulär. Sondern in dem, was oft leise bleibt.
Die Kraft des Nicht-Aufdringlichen
Dieses Werk gehört nicht zu denen, die sich aufdrängen. Es fordert keine Aufmerksamkeit, es steht einfach da – mit seiner Ruhe und einer Spannung, die erst beim zweiten Blick greifbar wird. Das Blau ist tief, fast schwer. Das Gold wirkt wie ein Aufleuchten, ein Erinnern. Und dazwischen liegt Raum. Raum für das, was nicht gesagt wird, und für alles, was jede*r selbst darin findet.
Schichten aus Farbe und Erfahrung

Ich arbeite oft in Schichten. Nicht nur mit Farbe, sondern mit Erfahrungen. Mit dem, was bleibt, auch wenn man es nicht direkt sieht.
Vielleicht hat mich dieser Begriff deshalb so berührt. Er beschreibt etwas, das ich selbst oft spüre: Dass die leisen Dinge im Alltag leicht übersehen werden. Wir schauen zuerst auf das, was laut ist, was uns schnell etwas gibt. Und dabei verpassen wir manchmal genau das, was länger bleibt.
Das Bild als offener Dialog
Ich glaube nicht, dass ein Bild sofort alles zeigen muss. Im Gegenteil. Die Werke, die mich wirklich begleiten, geben sich nicht sofort preis. Sie öffnen sich erst, wenn man bereit ist, hinzusehen – vielleicht mehr als einmal. Und genau das ist ihre Stärke: Sie sind nicht abgeschlossen. Sie dürfen sich verändern, gemeinsam mit dem Menschen, der vor ihnen steht.
Ein leises Nicken
Als ich las, dass meine Arbeit als „verborgenes Juwel“ gesehen wird, war da kein Stolz im klassischen Sinne. Es war eher ein leises Nicken. Ein Gefühl von: Ja. Genau darum geht es mir.
Nicht das Sichtbare zu malen, sondern das, was oft übersehen wird. Denn am Ende sind es vielleicht nicht die Bilder, die am meisten zeigen, die am längsten bleiben. Sondern die, die etwas offenlassen.
Was bleibt für dich, wenn das Offensichtliche leiser wird?


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