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Vom Weglassen zum Wesentlichen und wie Reduktion meine Kunst prägt






Platz im Haus



Ich habe sechs Jahre im Internat gelebt.

Manchmal war es ein bisschen wie bei Hanni und Nanni.

Mit Mitternachtsparty und allem drumherum. Oft war es aber anders.


Am Ende jedes Schuljahres mussten wir umziehen.

Das Gebäude war schon Zeuge von vielen Geschichten. Als ein Schloß erbaut. Ein Frauengefängnis. Eine Mädchenschule. Und dann ein Internat.


Unten einziehen. Oben ausziehen. Oder umgekehrt.

Von der untersten Etage bis ganz nach oben.







Kartons gab es keine .


Alles, was man tragen konnte, wurde eben getragen.

In den Armen.


 

Jedes Jahr stand ich da und habe gerechnet.

Wie oft will ich diese Treppen gehen?

Wie schwer sollen meine Arme werden?


Und jedes Jahr habe ich Dinge zurückgelassen.


Nicht aus philosophischen Gründen.

Nicht, weil Minimalismus modern war.

Sondern weil ich keine Lust hatte, mich totzuschleppen.


Unbarmherzig habe ich gelernt, mich zu trennen.


Was brauche ich wirklich?

Was ist nur Ballast?

Was ist Erinnerung – und was ist nur Zeug?



 Jedes Ding braucht ein Zuhause



Vielleicht kommt daher mein Bedürfnis, dass Dinge ihren Platz haben.


Nicht perfekt.

Aber bewusst.


Ein Haus darf nicht vollgestopft sein.

Es muss atmen können.



Ich glaube, ich habe damals gelernt, mich kleiner zu machen.

Nicht im Wert.

Aber im Besitz.


Nur das mitzunehmen, was ich wirklich tragen kann.



Und dann kamen die Bilder



Später habe ich gemerkt:

Das mache ich auch auf dem Papier.


Wenn etwas nicht stimmt.

Wenn es zu viel ist.

Wenn es die Komposition verlangt.


Dann zerreiße ich ein Bild.


Nicht zögerlich.

Nicht vorsichtig.


Ich reiße es auseinander und setze es neu zusammen.


Wegnehmen.

Reduzieren.

Raum schaffen.

























 


 
 
 

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Ort:

Schloßstr. 23

45711 Datteln 

Erreichbar unter:

Link:

© 2024 Susanne Schollas

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